| Z I M «DRGs und verwandte PCS» (Version 1.24) Kapitel H.9 |
August 2011
Letzte Ergänzung: 31.10.2012 |
H.9
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Wolfram Fischer
Zentrum für Informatik und wirtschaftliche Medizin
CH-9116 Wolfertswil SG
(Schweiz)
http://www.fischer-zim.ch/
Kapitel
H.9 aus:
Diagnosis Related Groups (DRGs) und verwandte Patientenklassifikationssysteme
Kurzbeschreibungen und Beurteilung
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Inhaltsverzeichnis |
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H.9 | SwissDRG – Swiss Diagnosis Related Groups | 1 | |||||||
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H.9.1 | Zweck | 2 | |||||||
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H.9.2 | Besondere Systemmerkmale | 4 | |||||||
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H.9.3 | Abkürzungen | 8 | |||||||
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H.9.4 | Kurzbeschreibung | 10 | |||||||
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H.9.5 | Verwendbare Codierungssysteme | 17 | |||||||
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H.9.6 | Zur SwissDRG-Entwicklungsgeschichte | 21 | |||||||
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H.9.6.A | Vorgeschichte | 22 | |||||||
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H.9.6.B | 2012 – SwissDRG-System 1.0: Adaptation von GDRG 2008 | 26 | |||||||
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H.9.6.C | 2013 – SwissDRG-System 2.0: Weitere Lokalisierung und Verselbständigung | 33 | |||||||
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H.9.7 | Hauptkategorien | 39 | |||||||
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H.9.8 | Anzahl Behandlungsfallgruppen | 41 | |||||||
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H.9.9 | Schweregradkategorien | 43 | |||||||
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H.9.10 | Codierungsschema | 47 | |||||||
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H.9.11 | Ökonomische Homogenität | 63 | |||||||
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H.9.12 | Ausgewählte Internet-Adressen | 65 | |||||||
H.9 |
SwissDRG – Swiss Diagnosis Related Groups |
1 |
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H.9.1 |
Zweck |
2 |
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2 Verhandlungspartner für «Tarifverträge» sind Versicherer und Krankenhäuser oder deren Verbände. Die Tarifverträge sind durch die Kantone, bei Bedarf durch den Bundesrat zu genehmigen. (Art. 46 Abs. 1 und 4 KVG) |
SwissDRG |
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3 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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H.9.2 |
Besondere Systemmerkmale |
4 |
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3 Nicht übersetzbare Codes sind im Gruppierungsalgorithmus mit «XX.CH» eingetragen. Eine SwissDRG der Version 1.0, die nicht erzeugt wird, ist z. B. K77Z («Komplexbehandlung bei multiresistenten Erregern bei endokrinen, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten»). – SwissDRG [SwissDRG 1.0 Band 1, 2011]: 16. |
SwissDRG |
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5 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Aus dem GDRG-System stammende Besonderheiten:
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6 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Aus dem ARDRG-System stammende Besonderheiten:
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7 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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H.9.3 |
Abkürzungen |
8 |
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Tafel 1: |
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9 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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H.9.4 |
Kurzbeschreibung |
10 |
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5 Die Helvetisierung ging ursprünglich aus vom GDRG-System 2006; SwissDRG 1.0 basiert auf dem GDRG-System von 2008. – SwissDRG [SwissDRG 1.0 Band 1, 2011]: xi. – Die GDRG-Entwicklung begann 2003 auf der Basis des australischen AR-DRG-Systems. |
SwissDRG |
Adaptation des GDRG-Systems |
Das SwissDRG-System ist eine helvetisierte Version des GDRG-Systems mit gut 1000 DRGs.5 Ziel dabei war es nicht, ein GDRG-kompatibles System zu schaffen, sondern ein angepasstes DRG-System, mit dem die Schweizer Akutbehandlungen abgebildet und gewichtet werden können, möglichst ohne auf landesexterne Daten zugreifen zu müssen. |
11 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
6 Im DRG-Code ist der Schweregrad aus dem vierten Zeichen, einem Buchstaben («A», «B», usw.) ersichtlich. Der Code von SwissDRGs ohne explizit definierte Schweregradkategorien endet mit einem «Z». |
Nicht alle Basis-SwissDRGs sind nach Schweregrad der Nebendiagnosen unterteilt. Aber wenn dies der Fall ist, dann wird wie bereits im ARDRG-System nicht nur die schwerwiegendste, sondern jede Nebendiagnose nach ihrer Ressourcenintensität gewichtet. Die Aggregation der Gewichtungen der Nebendiagnosen führt zur DRG-spezifischen Schweregrad-Kategorie.6 |
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7 http:// www.sqlape.com /. Vgl. auch http:// www.fischer-zim.ch / text-pcssa / t-ga-H8-System-SQLape-0003.htm. 8 http:// www.lpz-um.eu / che / lpz / allgemein /. 9 Vgl. ANQ Messplan 2011–2015 in: ANQ [2011]: 25 (Anhang 7). |
Qualitätsmessung |
Parallel zur Einführung der Vergütung nach SwissDRGs wird die Qualität von der Organisation ANQ («Nationaler Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken») im Auge behalten. Dabei werden u. a. die potentiell vermeidbaren Zweitoperationen und die potentiell vermeidbaren Rehospitalisierungen mit dem System SQLape7 ermittelt. Ausserdem gibt es eine Prävalenzmessung (der Pflege) zu Sturz und Dekubitus mit dem niederländischen System "Landelijke Prevalentiemeting Zorgproblemen" (LPZ)8. Weitere Themen für das Jahr 2011 sind postoperative Wundinfektionen und Patientenzufriedenheit.9 |
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Kostendeckung inkl. Investitionskosten |
Angestrebt wird eine Kostendeckung von 100 %, d. h. die Vergütungspauschalen sollen auch die Anlagekosten abdecken. Infolge unterschiedlicher Kostenkalkulation und Datenqualität wird vorerst ein prozentualer Zuschlag zur Deckung der Anlagekosten vereinbart. Bezahlt wird nach der Anzahl Fälle; eine Defizitgarantie entfällt. |
14 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
10 Gemäss Gesetz gehört zu den gemeinwirtschaftliche Leistungen nebst Forschung und Lehre insbesondere auch «die Aufrechterhaltung von Spitalkapazitäten aus regionalpolitischen Gründen». Art. 49 Abs. 3 KVG. |
. . . exkl. gemeinwirtschaftliche Leistungen |
In der pauschalen Vergütung nicht enthalten sind Kostenanteile für gemeinwirtschaftliche Leistungen, u. a. Forschung und Lehre.10 |
15 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
11 (Art. 49a Abs. 2 KVG). Bisher lag der minimale Kantonsanteil bei 50 % der anrechenbaren Betriebskosten, d. h. die Anlagekosten wurden bisher separat finanziert: bei öffentlichen Krankenhäusern vom Kanton, bei Privatkrankenhäusern durch sie selbst. – Für Kantone mit Anteilen unter 55 % gilt ab 2012 eine Übergangsfrist von fünf Jahren. – Der Kantonsanteil kann auch als Gesamtbetrag (z. B. in Form eines Globalbudgets) festgelegt werden. (Art. 51 Abs. 1 KVG). 13 Art. 39 Abs. 1 lit. e KVG; Art. 58e KVV. 14 Art. 39 Abs. 1 lit. d KVG; Art. 58b KVV. |
SwissDRGs als Teil der neuen Spitalfinanzierung |
Die Einführung der SwissDRGs sind Teil der Reform der Spitalfinanzierung, die schrittweise ab 2009 in Kraft trat.
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16 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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H.9.5 |
Verwendbare Codierungssysteme |
17 |
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17 Für SwissDRG 1.0 werden die für das Jahr 2009 gültigen Versionen benötigt: ICD-10-GM 2008 und CHOP 11. Im Jahr 2011 ist ICD-10-GM 2010 und CHOP 2011 anzuwenden. (Dies ist die erste CHOP-Version, die mit der neuen Versionsnummeriung bezeichnet ist.) |
SwissDRG |
Diagnosen werden mit der deutschen ICD-10-GM und Prozeduren mit dem schweizerischen CHOP codiert.17 |
18 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
18 Die für SwissDRG 1.0 und die Jahre 2009 und 2010 gültige CHOP Version 11.0 umfasste 3552 vier-, 53 fünf- und 375 sechsstellige Codes. |
Um die Gruppierungsalgorithmen aus dem GDRG-System übernehmen zu können, wurde die ursprünglich vierstellige Schweizerische Operationsklassifikation (CHOP) wo nötig auf sechs Stellen erweitert.18 |
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Tafel 2: |
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20 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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H.9.6 |
Zur SwissDRG-Entwicklungsgeschichte |
21 |
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H.9.6.A |
Vorgeschichte |
22 |
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19 Paccaud et al. [DRG, 1990]; Schweiz. Arbeitsgemeinschaft PCS [PCS-Projekte, 1994]. 20 Vgl. Fekete et al. [GPH, 1991] und Depelteau [Finanzierung VD, 1995], zitiert in: Fischer [PCS, 1997]: 207 f. |
SwissDRG |
Erste DRG-Test |
Bereits in den späten 80er-Jahren wurden in der Schweiz die ersten DRG-Studien durchgeführt.19 Im Kanton Waadt wurde ein System namens «Groupes de patients hospitalisés» (GPH) publiziert und getestet. Es basierte auf den 470 HCFA-DRGs der Version 2. Weil in kleineren Krankenhäusern viele DRGs schlecht belegt waren, wurde die Anzahl DRGs zunächst auf 119 reduziert und später auf 260 gesetzt.20 |
23 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Verein APDRG-Schweiz |
1998 formierte sich unter dem Namen «Verein APDRG-Schweiz»21 eine privat organisierte Gruppe von Krankenhäusern, Versicherern und Kantonen, die sich die Einführung des APDRG-Systems in der Schweiz zum Ziel setzte. Sie machte Übersetzungen und Anpassungen der APDRG-Version 12.0, berechnete Kostengewichte aufgrund der Daten der Krankenhäuser unter den Mitgliedern und publizierte im Jahr 2001 erstmals auch ein Handbuch zur (potenziellen) Tarifierung unter APDRG.22 Das APDRG-System verbreitete sich in der Folge und wurde in mehreren Kantonen auch zur Budgetierung oder Finanzierung verwendet. |
24 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
23 Das GDRG-System befand sich nicht direkt unter den evaluierten Systemen, da die Schweizer Daten nicht damit gruppiert werden konnten und da man davon ausging, dass das GDRG-System ein modifiziertes ARDRG-System war. Allerdings war das GDRG-System schon damals im Begriff, sich zu einem eigenständigen System zu entwickeln. Vgl. Fischer [Relative klinische Homogenität, 2005]: 17 f. – Vgl. zur Systemwahl auch: Schenker [Grouper-Wahl, 2005]. |
Entscheid für das GDRG-System |
Nach einer Evaluation von sechs Patientenklassifikationssystemen entschieden sich die Schweizer Tarifpartner Ende 2005, das GDRG-System als Basis für ein schweizweites Tarifierungssystem zu verwenden.23 |
25 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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H.9.6.B |
2012 – SwissDRG-System 1.0: Adaptation von GDRG 2008 |
26 |
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SwissDRG |
SwissDRG-Pauschalen |
Anfangs 2008 wurde die gemeinnützige Aktiengesellschaft «SwissDRG AG» zur Systemanpassung und -entwicklung von schweizerischen Krankenhaus-Pauschaltarifen gegündet.24 |
27 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
25 Die folgenden Informationen stammen hauptsächlich aus: SwissDRG [SwissDRG 1.0 Band 1, 2011] ff; Hergeth/Schmidt [SwissDRG1-Entwicklung, 2011]; Vuilleumier/Weber [SwissDRG1-Datengrundlagen, 2011]. |
Nach einem umfangreichen «Helvetisierungsprozess» des deutschen GDRG-Systems wurde im Mai 2011 das SwissDRG-System der Version 1.0 publiziert.25 Ab dem Jahre 2012 wurde es zur Vergütung eingesetzt. Zur DRG-üblichen einheitlichen Liste von Kostengewichten können individuelle, Einzelvertrags-bezogene Basispreise ausgehandelt werden. |
28 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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26 Es gibt 3 bewertete Zusatzentgelte für Dialyseleistungen sowie je ein unbewertetes Zusatzentgelt für «Kunstherzen» und für Behandlungen von Hämophilepatienten mit Blutgerinnungsfaktoren. 27 Für die total 1052 (1134) DRGs in SwissDRG-Version 1.0 (0.3) wurden 804 (567) Kostengewichte aufgrund von Schweizer Kostendaten kalkuliert, 232 (511) deutsche Kostengewichte «helvetisiert» und 16 (56) SwissDRGs unbewertet gelassen. |
Helvetisierung |
Die «Helvetisierung» umfasste:
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29 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Kondensation |
Die Zusammenlegung von zwei oder mehreren aufwandähnlichen DRGs wurde «Kondensation» genannt. Beispiele aus SwissDRG 1.0 sind:
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30 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
28 BasisGDRG (2008) A13: «Beatmung >&NBSP;95 und <&NBSP;250&NBSP;Stunden». 29 GDRG (2009) Q02B: «Verschiedene OR-Prozeduren bei Krankheiten des Blutes, der blutbildenden Organe und des Immunsystems ohne äußerst schwere CC, Alter < 6 Jahre». |
Weitere Anpassungen |
Beispiele von weiteren Anpassungen: |
31 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
30 Informationen der SwissDRG_AG, notiert anlässlich der 4. Informationsveranstaltung SwissDRG vom 28.6.2011 in Bern. 31 Vgl. dazu auch Fischer [Grafiken zur PCS-Beurteilung, 2008]. 32 Vgl. dazu auch Fischer [DRG+Pflege, 2002]. |
Geplante Entwicklungsschwerpunkte |
Ins Auge gefasste Entwicklungsschwerpunkte für SwissDRG 2.0 waren:30 |
32 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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H.9.6.C |
2013 – SwissDRG-System 2.0: Weitere Lokalisierung und Verselbständigung |
33 |
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33 Die folgenden Informationen stammen hauptsächlich aus: SwissDRG [SwissDRG2-Entwicklung, 2012] und SwissDRG [SwissDRG 2.0 Band 1, 2012] ff. |
SwissDRG |
Von SwissDRG 1.0 zu SwissDRG 2.0 |
Das SwissDRG-System 2.0 wurde nochmals einen Schritt weiter vom zugrundeliegenden GDRG-System gelöst und an die schweizerischen Versorgungsstrukturen angepasst.33 Die Fallgruppenzahl sank um -61 Gruppen auf 991 SwissDRGs. (973 davon sind mit Kostengewichten bewertet.) Diese deutliche Reduktion entstand insbesondere deshalb, weil eine Reihe von aufwandsähnlichen DRGs zu einzelnen DRGs zusammengelegt («kondensiert») wurden. Einzelne DRGs wurden auch – wegen zu geringer Fallzahlen, zu kleinen Kostenunterschieden bei Splits oder zu undeutlichen Splitbedingungen (z. B. «PCCL > 2») – entfernt. – Es sind 5 Zusatzentgelten definiert. (3 davon sind bewertet.) |
34 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
34 Diagnosen nach ICD-10-GM 2008, Prozeduren nach CHOP 11. 35 Für SwissDRG 1.0 (Datenjahr 2009) lieferten 42 Krankenhäuser Kosten- und Leistungsdaten, für SwissDRG 0.3 (Datenjahr 2008) 34 Krankenhaüser. |
Die medizinischen Daten34 standen von allen 161 Schweizer Akutkrankenhäusern zur Verfügung. Kosten- und Leistungsdaten zum Datenjahr 2010 hatten 50 Krankenhäuser geliefert.35 |
35 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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36 Die Bezugsgrösse für SwissDRG 2.0 beträgt SFr. 8'953. Für SwissDRG 1.0 betrug sie SFr. 8'860. 37 Der Verwaltungsrat der SwissDRG AG hat am 7.9.2012 beschlossen, einen «Normkostenzuschlag» zur Abgeltung der Anlagenutzungskosten von 11 % für 2013 (und 12 % für 2014) «des jeweiligen Basispreises» beim Bundesrat zu beantragen. – Vgl. http:// www.swissdrg.org / de / 07 _ casemix _ office / Beschluesse _ des _ VR.asp [2012-09]. 38 Vgl. SwissDRG [SwissDRG2-Entwicklung, 2012]: 33. – Problematisch ist die Kalkulation allein auf der Basis von Schweizer Daten insbesondere bei komplexen SwissDRGs, denn sie sind aus klinischer Sicht oft recht inhomogen, und für DRGs, die in Deutschland zwar ordentlich, in der Schweiz aber völlig ungenügend belegt sind. 39 Der «Helvetisierungsfaktor» lag für das SwissDRG-System 2.0 bei 2.08. Für das SwissDRG-System 1.0 lag er bei 1.86. |
Wesentliche Änderungen von SwissDRG-System 1.0 zu SwissDRG-System 2.0 waren:
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36 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
40 SwissDRG (2.0) A01A: Lebertransplantation mit Beatmung > 59 Stunden oder mit Transplantatabstossung oder mit bestimmter anderer Organtransplantation. 41 Dazu wurden die Codes für «Totale Resektion von Karpalia und Metakarpalia» aus der Basis-DRG I20 («Eingriffe am Fuss») gestrichen. 42 In SwissDRG 1.0 sind die GDRGs der Version 2008 übernommen worden; ab GDRG 2009 gab es dann F03A bis F03F. 43 Eine weitere Umcodierung erfolgte u. a. bei den Herzschrittmacher-Implantationen: F12Z, F24A, F24B, F25Z, F40Z wurden zu F12A bis F12E umcodiert. (In GDRG 2008 war auch F25 noch gesplittet; in GDRG 2009 gab es F12A bis F12H; in GDRG 2012 gibt es F12A bis F12I.) |
Weitere Änderungen |
Beispiele von weiteren Änderungen:
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37 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
44 Vgl. SwissDRG [SwissDRG2-Entwicklung, 2012]: 27+71. |
Geplante Entwicklungsschwerpunkte |
Ins Auge gefasste Entwicklungsschwerpunkte für SwissDRG 3.0 sind:44
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38 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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H.9.7 |
Hauptkategorien |
39 |
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Tafel 3: |
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40 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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H.9.8 |
Anzahl Behandlungsfallgruppen |
41 |
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Tafel 4: |
42 |
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H.9.9 |
Schweregradkategorien |
43 |
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SwissDRG |
Australischer Algorithmus |
Wie bereits im ARDRG-System wird die Schweregradkategorie aufgrund aller vorhandenen Nebendiagnosen berechnet. Dazu wird die «Klinische Fallkomplexität» (PCCL = «Patient Clinical Complexity Level») und daraus anhand der CCL-Matrix die CC-Stufe (= CCL = «Complication and Comorbidity Level») berechnet. |
44 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Details zum Ablauf dieser Zuordnung sind in der ARDRG-Beschreibung zu finden. |
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Tafel 5: |
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46 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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H.9.10 |
Codierungsschema |
47 |
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45 Ausnahmen: Bei die MDCs 05 und 08 kann die Partition nicht aus dem DRG-Code abgelesen werden. |
SwissDRG |
Nummerierung |
Das Nummerierungssystem der SwissDRGs ist aus dem GDRG-System bekannt und wurde ursprünglich für das ARDRG-System entwickelt:
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48 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Tafel 6: |
49 |
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46 Basis-DRGs wurden auch «Adjacent DRGs» genannt. – Vgl. Fischer [DRG+Pflege, 2002]: 31+199. |
Verwässerte Basis-DRGs: |
Bereits im Verlaufe der Entwicklung des GDRG-Systems ist das Konzept der Basis-DRGs verwässert worden. Ursprünglich wurde unter einer Basis-DRG eine diagnosebezogene Fallgruppe ohne Angabe von Begleiterkrankungen oder Komplikationen («CCs») und/oder ohne Angabe von Altersstufen verstanden.46 Dies war eine Strukturierungshilfe, die sowohl das Verständnis des Systems wie auch die Analyse der nach dem System kategorisierten Daten erleicherte. |
50 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Im GDRG-System und demzufolge auch im SwissDRG-System finden sich nun aber Angaben zu «CCs» teilweise bereits in der Bezeichnung einzelner Basis-DRGs. Darüberhinaus gibt es DRGs mit einem «Z»-Code (d. h. eigentlich DRGs ohne weitere Unterteilung nach Schweregraden), welche ebenfalls CC-Angaben beinhalten. |
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Tafel 7: |
52 |
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Tafel 8: |
53 |
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47
Appendektomie (SwissDRG 1.0):
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– Basis-DRGs mit CC |
Ein Beispiel von CC-Angaben in der Basis-DRG-Bezeichnung ist die oben aufgeführte Basis-SwissDRG G07 («Appendektomie bei Peritonitis (und) mit äusserst schweren oder schweren CC oder kleine Eingriffe an Dünn und Dickdarm ohne äusserst schwere CC»; der Text zur Schweregradkategorie «B» lautete im SwissDRG-System 1.0: «Alter > 9 Jahre»). Zu den Appendektomien gibt es noch zwei weitere Basis-DRGs: G22 und G23. Sie tragen die Bezeichnungen «Appendektomie bei Peritonitis oder mit äusserst schweren oder schweren CC» und «Appendektomie ausser bei Peritonitis, ohne äusserst schweren oder schweren CC». Sie waren in den SwissDRG-Systemen 1.0 und 2.0 in je drei Einzel-DRGs unterteilt, die nach 5 Alterskategorien definiert wurden. (Es ist fraglich, ob die zum Teil nur leicht unterschiedlichen Alterssplits [einmal bei 16, einmal bei 14 Jahren] medizinisch begründbar sind.)47 |
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– Z-DRGs mit CC |
Im SwissDRG-System 1.0 gab es 46 SwissDRGs, die einen Z-Code trugen und bei denen die Bezeichnung trotzdem Angaben zu CCs enthielten. Beispiele (identisch in SwissDRG-System 1.0 und 2.0):
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55 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Unterschiedliche Inhalte bei gleichen SwissDRG- und GDRG-Codes |
Die SwissDRG-Codes lehnen sich an das deutsche System an, sind aber nicht durchgehend identisch. |
56 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
[Tafel 9] Beispielsweise gab es im deutschen System G07A, G07B und G07C, im SwissDRG-System 1.0 jedoch nur G07A und G07B (und im SwissDRG-System 2.0 nur noch G07Z). |
57 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
[Tafel 10] Oder: Es gab zwar im deutschen wie im schweizerischen System sechs DRGs zur Basis-DRG F49. Die Schweregradkategorien sind jedoch im SwissDRG-System anders definiert als im GDRG-System. |
58 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
[Tafel 11] Ein weiteres Beispiel mit einem inhaltlichen Unterschied ist G38Z, wo die DRG selbst leicht unterschiedlich definiert ist. |
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Tafel 9: |
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60 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Tafel 10: |
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61 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Tafel 11: |
62 |
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H.9.11 |
Ökonomische Homogenität |
63 |
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Tafel 12: |
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64 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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H.9.12 |
Ausgewählte Internet-Adressen |
65 |
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Tafel 13: |
66 |
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SwissDRG |
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Literaturverzeichnis |
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| Depelteau D. Krankenhausfinanzierung nach Kosten pro Krankheitsgruppe und Situation im Kanton Waadt. In: PCS-News 1995/9/April: 12–9. | 69 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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